So süß Rattenbabys auch sind, möchte ich hier jeden, der diese Bilder betrachtet, bitten nicht gezielt Ratten zu vermehren: 

  • es gibt viele genetische Risiken wie Erbkrankheiten, die das Leben von Mutter und Babys gefährden und die niemals komplett ausgeschlossen werden können (und schon gar nicht von Leuten ohne umfassende Genetikkenntnisse); sogar die Paarung von bestimmten Farben und Zeichnungen kann zu vorprogrammierten Problemen führen, die für die Babys am Ende tödlich sind  
  • ein Wurf Babys ist für die Rattenmama immer mit Geburtsschmerzen und großer körperlicher Anstrengung und Stress bei der Aufzucht verbunden: Wer einmal erlebt hat, wie sichtlich erschöpft eine Mama daliegt, wenn sie zwischen dem Säugen Pause von ihren Babys haben kann, wird sehen, dass der Begriff „Mutterfreuden“ hier nicht gilt 
  • es gibt zudem schon mehr als genug Ratten jeden Alters, Charakters und Aussehens, die in Tierheimen, auf Pflegestellen und bei Privatleuten ein zu Hause suchen, so dass man dieser Überzahl nicht noch weitere Ratten hinzufügen sollte 

Immer wieder sind bei Notfällen auch bereits trächtige Weibchen dabei, die oft händeringend einen Platz suchen, wo die Babys in Ruhe aufwachsen und dann dauerhaft bleiben oder später vermittelt werden können. Darum möchte ich jedem, der einmal erleben möchte wie Rattenbabys aufwachsen, nahelegen, eine trächtige Notfallmama zu übernehmen. 

 

Der Wurf eines solchen, bereits trächtigen Weibchens wurde hier in seiner Entwicklung dokumentiert: 

 

1. Woche 

 

Tag 1 

 

Die Babys sind am Anfang nackt, taub und blind. Unbeholfene rosa Würmchen, die als Nesthocker in der ersten Zeit ganz auf ihre Mama angewiesen sind, die sie säugt. Die mit Milch gefüllten Mägen sind unter der Haut gelblich sichtbar (siehe die beiden Babys im Foto links).

Sie reagieren schon auf Wärme (und wechseln im Haufen ihrer Wurfgeschwister immer wieder den Platz, damit sich alle optimal untereinander wärmen) und auf Bewegungen, auch riechen können sie schon. An den Füßen sind die Zehen noch nicht einzeln zu erkennen. 

Wenn Mama im Nest ist, wird laut gefiepst, ist Mama nicht bei den Kleinen verhalten sie sich ganz still, um nicht aufzufallen. Das Geschlecht der Babys kann - je nach Erfahrung des Betrachters - schon ab dem 1. Tag festgestellt werden. 

 

 

Tag 2 

 

Die Babys wachsen jeden Tag ein deutliches Stück. Es sind schon dunkle Flecken zu erkennen, wo die Fellfarbe später einmal dunkel sein wird: Die späteren Zeichnungen werden langsam sichtbar. Die Vibrissen sind schon ca. 1 mm lang. 

 

 

Tag 3 

 

Die Zeichnungen sind schon klarer zu erkennen und die Füße haben nun sichtbare Zehen. Die Ohren lösen sich bereits etwas vom Kopf ab. Die Vibrissen sind schon 2-3 mm lang. Sie werden immer aktiver und krabbeln schon gut über- und untereinander. 

 

 

Tag 4 

 

 

Die Zeichnung ist noch besser zu erkennen (und damit die Babys auch schon als Individuen unterschiedbar) und in der Färbung zumindest schon Hellabstufungen. Die endgültige Farbe braucht noch ein bisschen. 

Die Babys fühlen sich nicht mehr nur nach Haut an, sondern schon ein bisschen weicher, auch wenn noch kein richtiges Fell da ist. Die Ohren sind deutlich sichtbar und die Vibrissen sind weiter gewachsen. Außerdem sieht man am Kopf deutlich die Punkte, an denen später noch weitere Vibrissen wachsen werden. Die Babys krabbeln ordentlich und strampeln in der Hand schon kräftig. 

 

 

Tag 5 

 

 

Die Fellfarbe ist zunehmend besser zu erahnen und man kann schon erste Unterschiede erkennen; die Zeichnungen sind noch deutlicher geworden. Die Ohren haben sich noch ein Stück weiter vom Kopf wegbewegt. Die Kleinen können schon hören, auch wenn die Geräuschwahrnehmung noch recht dumpf und nicht deutlich ist. Man fühlt das Fell noch deutlicher als am Vortag. 

 

 

Tag 6 

 

 

Die Fellfarbe kann man täglich besser erkennen. Die Unterseite ist immer noch ziemlich nackt, weil die Mama sie noch intensiv beleckt, damit die Verdauung einwandfrei funktioniert. Sie fühlen sich jetzt ganz seidig an, auch die weißen Fellstellen sind nun bei genauem Betrachten sichtbar und nicht ehr ganz so rosa. Die Vibrissen sieht man jetzt sogar auf dem Foto. Das Hören klappt auch schon besser.

 

 

Tag 7 

 

 

Die Zeichnungen lassen nun auch die letzten Details erkennen und die Farben beginnen sich von vorher einheitlich „Farbe“ zu Abstufungen zu verändern. Ohren Pfoten und anderes am Körper ist immer detailreicher. Das Fell lässt sich schon am ganzen Körper in ca. 1 mm Länge sehen. 

 

 

2. Woche 

 

 

Tag 8 

 

 

Die einzelnen Fellhaare sind mittlerweile gut zu sehen und auch die weißen Stellen sehen schon ziemlich weiß aus. Sie sind schon sehr flott unterwegs, krabbeln herum und sind dabei schon mit ungeahnter Kraft unterwegs. Auch der Drang auf einem Haufen zu liegen lässt nun etwas nach: Wo gestern noch alle immer zum Haufen gekrabbelt sind, unternehmen am 8. Tag schon die ersten kurze Ausflüge vom Haufen weg. Unterschiede in der Fellfarbe werden immer besser sichtbar. 

 

 

Tag 9 

 

 

Ab heute beginnen die Kleinen ihren Kopf in Richtung Licht zu drehen: Sie können schon Helligkeit wahrnehmen. Das Weiß ist noch deutlicher geworden und man muss z. T. schon das Rosa darunter erahnen, nicht umgekehrt. Wo man gestern nur Farbunterschiede erahnen konnte, sieht man sie heute schon richtig. Die Babys sind schon sehr kräftig, ziehen sich beim anfassen an den Fingern hoch und turnen einem fast schon in den Händen herum. 

 

 

Tag 10 

 

 

Hände und Füße sehen aus, wie man es von einer Ratte erwartet und sogar Krallen entstehen jetzt. Es werden schon erste Putzversuche im Gesicht unternommen. 

Das Fell wird immer dichter und ist nicht nur als samtige Schicht auf der Haut, sondern schon deutlicher zu fühlen. Farbunterschiede treten schon sehr deutlich hervor. Die Vibrissen sind schon richtig lang und sind länger als der Kopf breit ist, erweitern also schon die Tastmöglichkeiten der Kleinen

 

 

Tag 11 

 

 

 

Die Haare an Schwanz und Füßen sind heute erkennbar. Der Schwanz sieht auch deutlich mehr nach Ratte aus und nicht mehr wie ein angehängtes Würmchen. Die Ohren stehen weiter vom Kopf ab. 

Die Kleinen krabbeln noch mehr, bewegen sich zielstrebiger fort und halten den Kopf schondeutlich höher (obwohl das natürlich immer noch Anstrengung bedeutet). 

 

 

Tag 12 

 

 

Die Ohren sehen schon aus wie bei erwachsenen Ratten. An Tag 12 öffnet sich auch normalerweise das äußere Ohr und die Babys hören klarer. 

Der Bauch ist schon gut befellt und die Babys sind sehr flott unterwegs, wie hier zu sehen ist:

Video: http://youtu.be/U4HV33ZZSlI

 

 

Tag 13 

 

 

Wieder sind die Zwerge ein Stückchen gewachsen und es wird munter gekrabbelt. Sie klammern sich schon richtig fest an Händen und Fingern fest. Auch auf der Kleidung rukrabbeln klappt schon wunderbar und die ersten kriechen - ganz rattentypisch - schon in Ärmel. 

Die Frühreifen haben sogar schon ein Auge etwas geöffnet, der Rest braucht noch 1-2 Tage. 

 

 

Tag 14 

 

 

Die Kleinen gucken endlich in die Welt und sind jetzt, wo man endlich sieht, wo man hinwuselt, noch munterer unterwegs. Gewachsen sind sie sich weiter und nehmen jeden Tag ein paar Gramm zu. 

 

 

3. Woche 

 

 

Tag 15 

 

 

 

Die Babys erkunden schon ihre Umgebung und die Ersten krabbeln nun schon aus dem Nest heraus und kehren auch selbst wieder dorthin zurück. Ihre Bewegungen wirken aber noch recht tollpatschig und tapsig. Die Kleinen putzen sich selbst und auch gegenseitig. 

 

 

Tag 16 

 

 

 

Das Fell ist schön dicht und bei den Weibchen sind am Bauch die Zitzen darunter nicht mehr zu sehen. Die Augen schauen groß in die Welt und sind runder geworden. 

Die Kleinen werden immer erkundungsfreudiger und marschieren schon sehr zielstrebig und geschwind vorwärts. 

 

 

Tag 17 

 

 

 

Es wird schon richtig schnell durch die Gegend geflitzt und manche trauen sich schon etwas mehr aus dem Nest. Wenn Mama zu ihnen kommt, hängen aber sofort alle an ihren Zitzen und nuckeln. 

Video: http://youtu.be/Eo2aCZW4hFs

 

 

Tag 18 

 

 

  

Auf ihren übergroßen Füßen laufen die Babys unaufhaltsam vorwärts und sind kaum noch zu bändigen. Sie machen Männchen, klettern und recken sich nach oben, um Hindernisse zu überwinden. 

Auch im Käfig sind nun schon häufig Babys außerhalb des Nesthäuschens unterwegs. 

 

 

Tag 19 

 

 

 

Die Babys fressen schon Futter mit und erkunden nun neugierig ihren Käfig und den Auslauf. 

Wachsen und zunehmen tun sie weiter täglich. Versuchsweise knabbern sie alles möglich an: Zeitungsschredder, Finger und anderes. 

Die Babys zeigen schon richtig rattiges Verhalten: Sie spielen miteinander und es kommt zu ersten Unterwerfungen. Außerdem wird nun das Futter von Mama - v. a. das Gemüse und Obst scheint interessant zu sein -  ausgiebiger probiert. 

 

 

Tag 20 

 

 

Die Babys wachsen weiter und fressen nun fleißig bei Mamas Futter mit. 

Sie zeigen schon richtiges Rattenverhalten: Sie spielen, unterwerfen sich, putzen sich, klettern bereits sehr geschickt und bei den Böckchen kann man bereits die Hoden erahnen. 

 

 

Tag 21 

 

 

Die Kleinen werden immer wuseliger und sehen nun schon richtig wie kleine Ratten aus. Auch die Köpfe sind schon spitzer und nicht mehr ganz so babyhaft rundlich. 

 

 

4. Woche

 

 

Tag 22 

 

 

Die Sprungkraft der Babys nimmt jeden Tag zu, so dass man während dem Beknuddeln des Wurfs immer wieder Ausbrecher einsammeln muss. 

 

 

Tag 23 

 

 

Mit immer mehr Neugier wird alles erkundet und die Babys sind kaum noch zu bändigen: Man hat nie genug Hände und hat alle Mühe, sie alle im Blick zu behalten. 

 

 

Tag 24

 

 

Mittlerweile hüpfen und springen die Kleinen richtig, so dass einfache Schüsseln nicht mehr ausreichen, um die Bande reinzusetzen, will man nicht im Sekundentakt Ausbrecher einsammeln. 

Sie sind jetzt richtige Ratten im Kleinformat und benehmen sich auch so: Fressen alles mit, was ihre Mutter frisst, trinken verlässlich aus der Wasserflasche, putzen sich, raufen und spielen. 

 

 

Tag 25 

 

 

Ihre Neugier und ihr Tatendrang kennt keine Grenzen und sie schießen wie kleine Torpedos durch die Gegend, fressen wie die Scheunendrescher (Bewegung macht schließlich Hunger) und fallen dann erschöpft in den Schlaf. 

Als ganzer Wurf werden sie von Mama nur noch ca. 2-3x am Tag gesäugt, wo sie sich dann alle mit Mama im Häuschen versammeln (und man es ordentlich quietschen hört). Zwischendurch kommt das eine oder andere Baby bei der Mama an und schnappt sich eine Zitze, um zu trinken. 

 

 

Tag 26 

 

 

 

 

Tag 27

 

 

 

Die Babys springen mittlerweile locker über 30 cm hoch und es ist nicht mehr leicht, sie irgendwo reinzusetzen, wo sie nicht einfach flüchten können - Transportboxen müssen unbedingt verschlossen werden. 

Sie lieben es zu spielen, jagen Katzenwedel und Finger, und es braucht schon viel, um sie wirklich auszupowern. 

 

 

Tag 28 

 

 

Hier der Größenvergleich der 28 Tage alten Babys zu ihrer ca. 4 Monate alten Mutten (ganz rechts im Bild). 

 

 

5. Woche 

 

 

Tag 29 

 

 

Die Babys fressen und wachsen und sind unheimlich aktiv. 

 

 

Tag 30 

 

 

Die Babys können schon fast nicht mehr als Babys bezeichnet werden, denn schon bald werden sie selbst geschlechtsreif sein.

 

 

Tag 31 

 

 

Die Babys turnen wild durch die Gegend und die Hoden sind nun bei den Jungs nicht mehr zu übersehen. Das flauschige Babyfell wird den Kleinen noch bis zum Fellwechsel mit 5-7 Wochen erhalten bleiben. 

 

 

Tag 32 

 

 

 

Mit Tag 32 (bis max. Tag 35) muss die Trennung nach Geschlechtern erfolgen, weil die kleinen Böcke mit 5 Wochen geschlechtsreif werden und sonst Mama und Schwestern decken können.

 

Zusätzliche Informationen